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Überblick über das Selbsthilfetraining

Im Folgenden erhalten Sie einige Hintergrundinformationen zum Selbsthilfetraining. 

 

Was ist das prämenstruelle Syndrom (PMS)?

Rund 20% der Frauen im gebärfähigen Alter leiden unter prämenstruellen Beschwerden. Man spricht vom sogenannten prämenstruellen Syndrom (PMS). Betroffene Frauen berichten von deutlichen psychischen und/oder körperlichen Einschränkungen im Verlauf ihres Menstruationszyklus. Die Beschwerden sind vielfältig und von Frau zu Frau unterschiedlich. Zu den körperlichen Beschwerden zählen unter anderem die Anschwellung und Druckempfindlichkeit der Brust, Kopfschmerzen, Schlafstörungen oder das Gefühl von Aufgeblähtheit. Psychische Beschwerden umfassen beispielsweise depressive Verstimmungen und Stimmungsschwankungen, sowie Gefühle von Angst, Anspannung und Gereiztheit. Wenn diese Beschwerden stark ausgeprägt sind und zu einer starken Beeinträchtigung im alltäglichen Leben führen, spricht man von der prämenstruellen dysphorischen Störung (PMDS). Eine wichtige Voraussetzung für das Vorliegen einer PMDS bzw. eines PMS ist das Auftreten dieser Symptome in der letzten Woche vor Eintreten der Periode und gleichzeitig ein deutlicher Rückgang bzw. ein völliges Fehlen der Symptome mit Beginn der Periode.

 

Was bringt eine Therapiestudie zu PMS?

Viele betroffene Frauen haben bereits ihre/n Gynäkologin/Gynäkologen kontaktiert und eine Vielzahl von unterschiedlichen Behandlungen ausprobiert. Trotzdem gibt es bislang relativ wenige Behandlungsmöglichkeiten, die tatsächlich wirken. Die Ergebnisse bisheriger wissenschaftlicher Studien deuten daraufhin, dass psychotherapeutische Verfahren eine Hilfe bei der Bewältigung von prämenstruellen Beschwerden darstellen können. Unserem Team liegt es daher am Herzen, diese Forschungsergebnisse aufzugreifen und ein möglichst effektives psychotherapeutisches Programm zur Bewältigung von PMS zu entwickeln und wissenschaftlich zu überprüfen. Die Prüfung der Wirksamkeit eines Therapieprogramms ist von großer Bedeutung, da nur auf diese Weise die Programme und Trainings immer weiter optimiert und an die Bedingungen der hilfesuchenden Frauen angepasst werden können.

 

Warum wird die Studie als internetbasiertes Selbsthilfetraining durchgeführt?

Wir haben uns im Rahmen dieser Studie für ein internetbasiertes Selbsthilfetraining entschieden, da dies mit verschiedenen Vorteilen verbunden ist. Dazu zählen unter anderem Vorteile wie:

  • Die betroffenen Frauen können das Training flexibel in Ihren Alltag integrieren, da sie sich die Zeit, die sie dafür aufbringen, selbst einteilen können.
  • Außerdem können durch die internetbasierte Umsetzung Frauen aus unterschiedlichen Regionen erreicht werden.
  • Bisherige Studien zu internetbasierten Trainings (z.B. bei Tinnitus, Depression oder Angststörungen) sprechen für die Wirksamkeit solcher Programme.

 

Wie ist das Selbsthilfetraining aufgebaut?

Das Selbsthilfetraining orientiert sich an den Prinzipien der kognitiven Verhaltenstherapie. Dies bedeutet, dass sowohl Veränderungen im Denken als auch im Verhalten angestrebt werden. Dazu enthält das Programm zum einen viele Informationen über das PMS und die damit einhergehenden Probleme. Zum anderen sind vielfältige Übungen vorgesehen, so dass die Teilnehmerinnen selbstständig und aktiv an ihrem Problem arbeiten können.

Das Training läuft über acht Wochen und besteht aus acht Kapiteln zu zwei unterschiedlichen Themenbereichen, die selbständig bearbeitet werden. Der eine Bereich beschäftigt sich mit Gedanken, Gefühlen aber auch Verhaltensweisen. Der andere Bereich besteht aus Übungen und Informationen zum Thema Lebensstil. In diesen Modulen geht es um sehr alltägliche Themen, wie Stress, Ernährung oder Bewegung. Wöchentlich besteht schriftlicher Kontakt mit einer Therapeutin über eine Nachrichtenplattform, bei dem offene Fragen geklärt und mögliche Schwierigkeiten besprochen werden können.

 

Wie lief die Studie ab?

Bei der aktuellen Therapiestudie handelte es sich um eine sogenannte randomisierte Studie. Das bedeutet, dass alle Teilnehmerinnen, nachdem sie über zwei Zyklen ein Symptomtagebuch ausgefüllt haben, zufällig zu einer der beiden folgenden Gruppen zugeordnet wurden.

  • Teilnehmerinnen der ersten Gruppe begannen dabei sofort nach der Auswertung ihrer beiden ersten Tagebücher mit dem Selbsthilfeprogramm.
  • Teilnehmerinnen der zweiten Gruppe begannen mit der Bearbeitung der Materialien nach einer achtwöchigen Wartezeit und einem erneuten Ausfüllen des Symptomtagebuchs über zwei Menstruationszyklen.

Aus wissenschaftlicher Sicht ist eine solche zufällige Zuteilung jedoch notwendig, damit wir die Wirksamkeit des Trainings korrekt überprüfen können.

 

Ist die Studie ethisch gerechtfertigt und die Durchführung vertraulich?

Die vorliegende Studie wurde von der Ethik-Kommission des Fachbereichs Psychologie der Universität Marburg geprüft und deren Durchführung genehmigt.